Projekttage 2020 – die Antike

„Eulen nach Athen tragen“ war in der letzten Woche nicht wirklich das passende Sprichwort. Es waren alles andere als überflüssige Tätigkeiten, mit denen sich unsere 6. Klassen innerhalb der Projekttage „Epochen der Geschichte“ vom 9. bis 11. November 2020 beschäftigten. Es ging um die Auseinandersetzung mit der Antike, speziell mit dem antiken Griechenland, die ca. 1200 Jahre vor Christus begann. Über verschiedene Teilprojekte hinweg lernten die Schüler*innen die herausragende Bedeutung der antiken griechischen Kultur kennen und entdeckten deren Spuren in unserem heutigen Alltag. Welche Göttin steht hinter dem bekannten Markennamen „Nike“? Warum wird etwas „spartanisch“ genannt? Und wie war gleich der Name des griechischen Restaurants in Griebo?

In den drei Projekttagen beschäftigten sich die Schüler*innen mit den Olympischen Spielen und ihrem religiösen Ursprung, und zwar ganz praktisch im sportlichen Wettstreit. Sie befassten sich mit geschichtlichen Ereignissen und Orten von großer Tragweite für Europa. Es ging um die griechische Mythologie, die Kultur der Stadtstaaten Athen und Sparta und um die Wirtschaft des alten Griechenlands. Es gab eine Einführung in die Tradition des griechischen Theaters, die Mode der alten Griechen wurde ausprobiert und die Kunst der Rede geübt.

Für unsere Schülerinnen der 6. Klassenstufe ist es das zweite Projekt dieser Art. Letztes Jahr haben sie sich bereits mit der Steinzeit beschäftigt. Und in den nächsten Jahren werden weitere Themen folgen: Mittelalter (Klasse 7), Neuzeit (Klasse 8), Aufklärung (Klasse 9) und Diktaturen (Klasse 10).

Die Projekttage zur Antike brachten eine Menge Stoff mit sich. Es wurde gekämpft auf verschiedenen Ebenen. Beim Sport, in der Gruppenarbeit und in den Präsentationen. Es hat sich sichtlich gelohnt. Herzlichen Dank an alle Sechstklässler*innen und beteiligten Lehrkräfte für die schönen Ergebnisse!

Infos zu den Teilprojekten

ThemaSport und Olympische Spiele
Worum geht es?Dieser Projekttag ist den Olympischen Spielen gewidmet. Die Schüler*innen machen aktiv Sport und erfahren etwas über den religiösen Ursprung der Spiele. Disziplinen aus dem antiken Griechenland werden ausprobiert und mit heutigen Sportarten verglichen. An diesem Tag steht auch der olympische Idee im Mittelpunkt. Sie führt Menschen aus der ganzen Welt zusammen, um friedlich an einem Ort die eigenen Kräfte im Wettkampf zu messen.
Was wird gemacht?Station 1 – Leichtathletik im alten Griechenland
# Springen aus dem Stand und mit Gewichten (1kg)
# Bahnenlauf in eine Richtung – den Göttern entgegen
# Diskuswerfen aus dem Stand-  (mit etwas leichteren Gewichten)

Station 2 – Zweikampf nach Regeln: Durchführung kleiner Zweikampfspiele in Anlehnung an Ringen und Judo inkl. Respekt – und Disziplinübungen.

Station 3 – Theorie und Ursprung der Agone: Grundlagen der Olympischen Spiele als ursprünglich religiöses Fest werden vermittelt.
Ergebnisse# Bewegungserfahrung aus Disziplinen, die den Schüler*innen oft nicht mehr bekannt sind.
# Verständnis des Regelsystems im Zweikampf inkl. Respekt, Höflichkeit und Disziplin.
# Vermittlung der olympischen Idee und ihrer sportlichen Werten.
Besonderes Mit Spaß an der Bewegung wird Ehrgeiz entwickelt, Ausdauer trainiert, es werden immer wieder Versuche gemacht, sich zu verbessern und eigene Grenzen zu überschreiten. Das sind wichtige Erfahrungen und Fähigkeiten, die in anderen anderen Lebenssituationen helfen.
beteiligte Fächer Sport, Geschichte, Religion
Zeitrahmen 1 Projekttag
Methoden # Einzelarbeit
# Gruppenarbeit
# Aufstellung – und Ordnungsübungen

Springen, Laufen, Werfen nach antikem Vorbild

Zweikampf mit Regelsystem

ThemaDie Welt der Griechen
Worum geht es?Am zweite Projekttag geht es um verschiedene Themen der griechischen Antike. Die Schüler*innen erfassen Zeiträume, in denen sich Ereignisse abspielten, setzen sich mit verschiedenen Texten auseinander und erarbeiten in Gruppen Lernplakate.
Was wird gemacht?Der Tag beginnt mit einem generellen Überblick über den Zeitraum, es wird eine Zeitstrahl erarbeitet und die Schüler*innen beschäftigen sich mit verschiedenen Methoden, die für die gemeinsame Arbeit im Unterricht notwendig sind, speziell mit der Gruppenarbeit und gemeinsamen Regeln.

Im zweiten Unterrichtsblock werden fünf Gruppen zu verschiedenen Themen gebildet. Sie bearbeiten Fragen zur griechischen Wirtschaft und Mythologie, zu Olympia, Athen und Sparta.

Im dritten Block erstellen die Gruppen ein Lernplakat für ihr Thema. Ziel ist es, den erarbeiteten Inhalt auf Grundlage der Arbeitsaufgaben gestalterisch zusammenzufassen. Das Plakat ist Grundlage für die Präsentation am dritten Projekttag.
Ergebnisse# Eigener Zeitstrahl für die griechische Antike
# Lernplakat (Gruppenarbeit)
# zentrale Dokumentation aller Materialien auf der Lernplattform für die Nutzung in zukünftigen Unterrichtsstunden
Besonderes Das Teilprojekt legt den Schwerpunkt auf das Methodentraining und hier im Besonderen auf die Herausforderungen der Gruppenarbeit. Die Höhen und Tiefen, die es beim gemeinsamen Arbeiten gibt, werden ausgewertet. Die wichtige Erfahrung dabei ist, dass ein gemeinsames Ziel trotz Hürden erreicht werden kann.
beteiligte Fächer Geschichte, Religion, Kunst, Sport, Wirtschaft, Sozialkunde, Geografie
Zeitrahmen 1 Projekttag
Methoden # Zeitstrahl
# Die 5-Schritte-Lesemethode
# Gruppenregeln und Verteilung von Gruppenaufgaben
# Lernplakat

Zeitstrahl und Lernplakate

Dokumentation auf der Lernplattform

Dokumentation der Ergebnisse im Geschichtsraum der Lernplattform
ThemaTheater, Kleidung und Präsentation
Worum geht es?Am dritten Projekttag lernen Schüler*innen im Stationsbetrieb praktisch das griechische Theater und die griechische Mode kennen. Eine weitere Station beschäftigt sich der Rhetorik – der Kunst der Rede – als Vorbereitung auf die Präsentation der Arbeitsergebnisse.
Was wird gemacht?Theater mit verschiedenen dramaturgischen Übungen:
# Wahrnehmungsübungen zu Beginn, denn zum Theaterspielen brauche ich eine gute Wahrnehmung für meine Mitspieler*innen
# Zur Förderung der Kreativität mit beschränkten Requisiten arbeiten: Ist eine Schwimmnudel wirklich nur eine Schwimmnudel oder nicht ebenso eine schicke Halskette, ein Springseil oder sogar Staubsauger?
# Wir laufen durch den Raum und drücken Gefühle wie Freude, Trauer, Wut durch unsere Körperhaltung aus.
# Wir improvisieren in kleinen Gruppen kurze Szenen, ohne unsere Stimmen zu benutzen.

Kleidung und Mode
# Wir erfahren, wie sich Griechen in der Antike kleideten und gestalten die Kleidung (z.B. den Peplos oder Chiton) selber nach mit verschiedenen Wickeltechniken
# Er werden verschiedene Accessoires nachgebaut, z.B. Glockenpanzer oder Haarschmuck
# Steckfrisuren werden ausprobiert

Präsentation
# Aufbau und Struktur der Präsentation
# Wahrnehmung von eigener Körpersprache während der Rede
# Hinweise zur Rhetorik (Kunst der Rede)

Als Abschluss der Projekttage werden die Lernplakate durch die einzelnen Gruppen präsentiert und es gibt eine Feedbackrunde (anonym).
Ergebnisse# Kostüme aus dem antiken Griechenland in verschiedenen Varianten
# Präsentation der Arbeitsergebnisse
Besonderes Das Schauspiel und die Verkleidung bieten den Schüler*innen einen anderen Blick auf das antike Griechenland. Für einen kurzen Moment einfach mal im Spiel eine stolze Athenerin oder Spartaner zu sein. Das macht diesen Tag so besonders.
beteiligte Fächer Geschichte, Religion, Kunst, Sport, Wirtschaft, Sozialkunde
Zeitrahmen 1 Projekttag
Methoden # Improvisation
# Rollenspiel
# Einzelarbeit
# Gruppenarbeit
# Vortrag / Präsentation
# Feedback

Mode im antiken Griechenland

Feedback auf die Projekttage

Feedback: Was war gut? Was war schwierig? Was sollten wir wiederholen?