Projekttage 2020 – das Mittelalter

Um 1180 wurde Wittenberg erstmals urkundlich erwähnt. Das war die Zeit des Mittelalters, eine geschichtliche Epoche, die sich von 500 vor bis ca. 1500 nach Christus erstreckte. Im Mittelalter trafen alte Vorstellung auf neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Mit dieser spannenden und widersprüchlichen Zeit beschäftigte sich unsere 7. Klassenstufe innerhalb der Projekttage „Epochen der Geschichte“, die vom 9.-11. November 2019 stattfanden.

Aus unserer heutigen Sicht war das Mittelalter eine dunkle Zeit. Die Menschen wurden nicht alt und starben an Hunger, Seuchen und Auswirkungen von Kriegen. Viele Naturphänomene konnten sich die Leute von damals nicht erklären und machten dafür übersinnliche Kräfte verantwortlich.

Naturwissenschaftliche Erkenntnisse

Das Mittelalter ist auch für wichtige naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und bautechnische Entwicklungen bekannt, die wir heute nicht missen möchten und auch immer noch bewundern. Insbesondere in den Klöstern entwickelte sich ein großer Wissensbestand zu den Heilwirkungen von Kräutern und der Versorgung von Kranken. Hieraus konnten sich im weiteren Verlauf der Geschichte die Medizin und die Pharmazie entwickeln.

Alchemie

Untersuchungen von Materialien und deren Umwandlungen fanden im Mittelalter statt. Aus der damals als Alchemie bekannten Wissenschaft entwickelte sich nicht nur die heutige Chemie, auch für die Pharmazie waren die damaligen Experimente und Geräteentwicklungen wichtig. Neben der Suche nach Gold erkannten die damaligen Alchemisten die Wichtigkeit des Experiments zur Erkenntnisgewinnung.

Baukunst

Das Mittelalter war eine Hochzeit der Architektur. Neben Burgen und Klöstern entstanden aufwändige und eindrucksvolle Dome und Kathedralen, die wir auch in unserer näheren Umgebung (Naumburg, Magdeburg) finden können. Wir sind heute erstaunt, was zu dieser Zeit bautechnisch möglich war, ohne die dafür geltenden physikalischen Gesetze in ihrer mathematischen Form vorliegen zu haben.

Die Projekte

Mit diesen vielfältigen Themen setzten sich unsere Schüler*innen auseinander. Neben einem biologischen Thema (die Pest, Heilkräuter), einem chemischen (Metalle, Legierungen) wurde auch ein Thema zur Bautechnik bearbeitet. Es wurde Wert darauf gelegt, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur theoretisches Wissen erlangen, sondern auch in jedem Teilprojekt praktisch arbeiten. Dabei entstanden neben selbstbestickten und genähten Lavendelsäckchen auch „goldfarbene“ Münzen sowie Modelle von Gebäuden. Zusätzlich konnte der Umgang mit dem Gasbrenner erlernt und gefestigt werden.

Herzlichen Dank an alle Siebtklässler*innen und beteiligten Lehrkräfte für die vielen, interessanten Ergebnisse!

Infos zu den Teilprojekten

ThemaKrankheiten und Heilkräuter im Mittelalter
Worum geht es?Bei diesem Teilprojekt geht es um die Pest als große Epidemie im Mittelalter sowie Versuche, diese einzudämmen. Die Nutzung von Heilkräutern zur Behandlung von Erkrankten wird thematisiert.
Was wird gemacht?Nach einem Einführungsfilm recherchieren die Schülerinnen und Schüler zur Pest sowie den Versuchen diese einzudämmen. Außerdem werden Steckbriefe zu verschiedenen Heilkräutern erstellt. Die Schülerinnen und Schüler nutzen zusätzlich ihr handwerkliches Geschick, um ein kleines Lavendelsäckchen zu nähen und zu besticken.
Ergebnisse# verschiedene Steckbriefe zu Heilkräutern sowie zur Pest
# selbstgenähtes und besticktes Lavendelsäckchen
Besonderes Neben den theoretischen Fragen können die Schüler*innen auch praktisch arbeiten. Die Projektgröße ist auf max. 15 Schülerinnen und Schüler begrenzt, was das Bearbeiten von Themen einfacher macht als im Klassenverband.
beteiligte Fächer Biologie, Geschichte, Hauswirtschaft, Deutsch
Zeitrahmen 1 Tag pro Gruppe, zusätzlich unter normalen Umständen ein weiterer Tag optional sowie ein Ausflugtag
Methoden # Einzelarbeit
# Gruppenarbeit
# Recherche (Bücher, Filme, Internet)
# Steckbrief
# Werkstück (Lavendelsäckchen)

Recherche zur Pest

Steckbriefe zu Heilkräutern

Anfertigung von Lavendelsäckchen

ThemaAlchemisten im Mittelalter
Worum geht es?Die Alchemisten waren die Chemiker des Mittelalters. Sie suchten nach dem „Stein der Weisen“, untersuchten Stoffe und versuchten Gold herzustellen. Dabei benutzten sie Öfen und entwickelten Glasgegenstände.
Was wird gemacht?In der heutigen Zeit nutzen wir zum Erhitzen den Brenner, also lernen die Schüler*innen die Teile des Brenners und den sicheren Umgang damit.
Viele Metalle waren bereits im Mittelalter bekannt. Deshalb erstellen die Schüler Steckbriefe mit den Verwendungen früher und heute. Als drittes gehen die Schüler selber auf die Suche nach dem Stein der Weisen, mit dem man Gold herstellen kann und „vergolden“ eine Münze.
ErgebnisseJeder Schüler / jede Schülerin nimmt ihren „Brennerführerschein“ und eine „goldfarbene“ Münze mit nach Hause. Dazu entstehen die Steckbriefe, die den Chemieraum für einige Woche zieren.
Besonderes Neben der Theorie zum Brenner können die Schülerinnen und Schüler auch praktisch arbeiten. Außerdem bietet sich die Möglichkeit in einer kleineren Gruppe als im Klassenverband zu arbeiten (max. 15 Schülerinnen und Schüler).
beteiligte Fächer Chemie, Geschichte, Deutsch
Zeitrahmen 1 Tag pro Gruppe, zusätzlich unter normalen Umständen ein weiterer Tag optional sowie ein Ausflugtag
Methoden # Einzelarbeit
# Gruppenarbeit
# Recherche (Bücher, Internet)
# Steckbrief
# Sicheres Experimentieren mit dem Brenner

Recherche zu den Alchimisten

Brennerführerschein

Vergolden

ThemaArchitektur und Technik des Mittelalters
Worum geht es?Bei diesem Projekt beschäftigen sich die Schüler*innen mit der Architektur des Mittelalters und den bedeutenden Erfindungen dieser Zeit.
Was wird gemacht?Die Schüler*innen werden zunächst informiert, welche bedeutenden Erfindungen es im Mittelalter gab und vertiefen das Wissen durch eigene Internetrecherchen. Sie erhalten einen Einblick, was bautechnisch möglich war, ohne die dafür geltenden physikalischen Gesetze in ihrer mathematischen Form vorliegen zu haben.

Auf der theoretischen Grundlage entwickeln die Schüler*innen eigene Ideen für mittelalterliche Erfindungen, Bauwerke, Burgen oder Siedlungen und setzen sie als Modell um.
Ergebnisse# Selbsterstellte Modelle von mittelalterlichen Bauwerken und Erfindungen
Besonderes Die Schüler hatten die Aufgabe, Erfindungen so genau wie möglich nachzubauen. Das Material war dabei auf Papier, Pappe, Kleber und Farben begrenzt.
Sie mussten sich in kleinen Teams über den Modellumfang einigen und die Aufgaben selbst untereinander verteilen.
beteiligte Fächer Physik, Geschichte, Technik, Kunst
Zeitrahmen Ein Projekttag. Das Projekt wurde am Beginn des Tages besprochen und musste bis zum Ende des dritten Blockes fertiggestellt werden.
Methoden # Recherche (Internet)
# Gruppenarbeit
# Modellbau