„Man kann sich die Arbeitsaufträge selbst einteilen“ – Interview mit Florian

Wir haben Mitglieder unserer Schulgemeinschaft gefragt, wie sie die Zeit daheim meistern, was sie bewegt und welche Tipps sie haben.
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Hier antwortet Florian ( Klasse 10). Vielen Dank!

Was war dein erster Gedanke als am 13.3. die Nachricht kam, dass die Schule bis nach Ostern geschlossen bleiben wird?

Als am 13.03. bekannt gegeben wurde, dass die Schulen, Kitas, sonstige Einrichtungen bis zum (zuerst) 13.04. geschlossen werden, hatte ich gemischte Gefühle. Zum einen dachte ich: “GEIL- keine “richtige” Schule”, aber auf der anderen Seite ist es schlecht für (uns) die Abschlussklassen, weil uns die Prüfungsvorbereitung bzw. noch evtl. relevanter Unterrichtsstoff fehlt!

Wie denkst du jetzt, zwei Wochen später, darüber?

Man hat sich an das Arbeiten mit den (immer neu hinzukommenden) Arbeitsaufträgen zu Hause gewöhnt. Man bekommt regelmäßig neue Aufgaben von den Lehrern über die Schulwebsite. Die Organisation der Schule ist super! Auch die Informationen von der Schulleitung sowie die der Klassenlehrer sind super.

Wie sieht dein Tag daheim aus?

Nach dem Aufstehen/ Frühstücken, fange ich an und schaue ob neue Arbeitsaufträge hinzugekommen sind. Diese arbeite ich dann der Relevanz (nach Abgabetermin) ab. Wenn Arbeitsaufträge “ohne Relevanz” noch zu erledigen sind, dann arbeite ich diese nach und nach ab. Ich versuche meine Zeit für die Schule auf max. 6 Stunden. zu begrenzen, was aber nicht immer der Fall ist, da immer noch was anderes zu erledigen ist. Den Rest des Tages nutze ich für Sport, chillen oder einfach das Wetter zu genießen.

Worauf freust du dich, wenn du morgen aufwachst?

Ich kann mir jeden Tag individuell einplanen. Des Weiteren stresst mich kein Lehrer 😉

Was vermisst du am meisten?

Die Klassengemeinschaft!

Welche Vorteile siehst du am selbstständigen Arbeiten daheim?

Man kann sich die Arbeitsaufträge selbst einteilen, da mir keiner sagt, was ich zuerst zu machen habe.

Was sind die Nachteile?

Ich sitze teilweise länger mit den Arbeitsaufträgen zu Hause am Schreibtisch, als an einem normalen Schultag. In der Schule habe ich meinen “Rahmen”, wo ich nach der Schule nicht mehr viel machen brauche. Des Weiteren ist die Kommunikation per E-Mail mit den Lehrern nicht immer ganz so schnell, bei der einen oder anderen Frage.

Welche neuen Erfahrungen hast du schon gemacht?

Man arbeitet aktiv im “Homeschooling”. Dies ist mal eine andere Erfahrung. Dadurch sieht man, wie Kinder/ Jugendliche in anderen Teilen der Welt (z.B. USA aber auch in vielen europäischen Ländern) unterrichtet werden. Man arbeitet auch mit unterschiedlichen Workspace-Programmen, zum Beispiel mit “Slack”- im Rahmen des Technikunterrichts.

Für was hast du jetzt mehr Zeit?

Ich kann jetzt öfters Laufen gehen, aber so viel mehr Zeit, wie vorher habe ich jetzt nicht.

Hat die Situation deine Ansicht über die Schule / das Leben verändert?

Man arbeitet mehr mit dem Computer bzw. Internet, was sehr positiv ist! Durch diese unschöne Corona-Ausnahmesituation können die Schüler/-innen, als auch die Schulleitung/ Lehrer weiter lernen und ihre Arbeitsstrategien verbessern.

Vielleicht wird Deutschland durch diese neue Art des Unterrichts irgendwann “Homeschooling” zulassen.

Wie viele Filme hast du schon geschaut? Hast du einen Filmtipp?

Richtig Zeit für einen Film (gerade auf Englisch) hatte ich noch nicht, ich werde aber die Ferien dafür intensiv nutzen 🙂


Bildquelle: Bild von Photo Mix auf Pixabay