Festgottesdienst zum Schuljubiläum

Mit einem Festgottesdienst in der Wittenberger Stadtkirche haben heute Schüler- und Elternvertreter*innen, das Kollegium, Mitglieder des Träger- und Fördervereins, Unterstützer*innen, Partner und Freunde das 10-jährige Bestehen unserer Evangelischen Gesamtschule „Philipp Melanchthon“ gefeiert. Auf diesen Tag haben wir gemeinsam zehn Jahre lang mit viel Engagement hingearbeitet. Wir können mit Stolz zurückblicken auf das Geleistete und mit Zuversicht und Vertrauen in die Zukunft schauen.

Herzlichen Dank an alle, die diesen denkwürdigen Gottesdienst mitgestaltet haben, insbesondere danken wir der Superintendentin des Kirchenkreises Wittenberg Frau Dr. Metzner, der Band „Straight up“ aus Kemberg, unserem Schulchor, der Stadtkirchengemeinde und den vielen fleißigen Helferinnen und Helfern im Hintergrund, ohne die unsere Gottesdienste und Veranstaltungen nicht möglich wären.


An dieser Stelle veröffentlichen wir Inhalte der Rede unserer Schulleiterin Frau Freihube anlässlich des Schuljubiläums..

Die Gründungsphase

Die Motivation, eine weiterführende evangelische Schule hier in der Lutherstadt Wittenberg zu gründen, entwickelte sich im Jahr 2008. Interessierte kamen zusammen, um die pädagogische Arbeit der Evangelischen Grundschule – die sich damals schon erfolgreich in der Wittenberger Schullandschaft etabliert hatte – weiterzuführen. Es sollte eine Schulform entstehen, die auf der Grundlage christlicher Werte, unter einem Dach, die verschiedensten Potentiale von Kindern – sei es in theoretischen oder auch in praktischen Bereichen – erkennt und entsprechend fördert. Wunsch war es, dadurch einen lebensnahen Ort entstehen zu lassen, an dem junge Menschen ihre ganz persönlichen Gaben schätzen und respektieren lernen, sich einbringen und entfalten können. Ein Ort, an dem sie bestärkt werden, eigene Wege zu gehen.

Unser Logo begleitet uns seit Gründung der Schule. Es zeigt einen Fisch, einen Baum und fliegende Vögel und symbolisiert so unser gemeinsames Ziel, Wurzeln zu entwickeln, Wachstum zu ermöglichen und auf der Grundlage christlicher Werte, Flügel zur freien Entfaltung zu geben.

Der Unterrichtsstart

Das ambitionierte Ziel einer Schulgründung wurde nach umfassender Vorbereitung durch die Mitglieder des Trägervereins unserer Schule in die Tat umgesetzt. Verschiedenste Episoden über diese sehr aufregende Zeit sind heute noch zu hören.

Am 25. August 2011 war es soweit. Unsere Schule ging als erste Evangelische Gesamtschule Mitteldeutschlands mit Beginn des Schuljahres 2011/2012 an den Start. Mit einem Lehrerteam von damals acht Kolleginnen und Kollegen konnten wir unsere erste 5. Klasse mit ihren 22 Schülerinnen und Schülern in unserem ersten Schulgebäude in der Geschwister-Scholl-Straße 4-7 begrüßen. Das Vertrauen, welches die Eltern uns damals entgegenbrachten, war groß. Sie hatten den Mut, uns ihr Kind anzuvertrauen und mit uns gemeinsam diesen ersten Schritt zu wagen. Dafür sind wir noch heute unseren „Eltern der ersten Stunde“ sehr dankbar.

Für die Arbeit stand uns im ersten Schuljahr ein einzelner Unterrichtsraum zur Verfügung, in dem alles, was den Vormittagsunterricht, die Nachmittagsbetreuung und auch Lehrerkonferenzen betraf, abgewickelt wurde. Das verlangte dem Kollegium sehr viel Toleranz, Humor und einiges an Kreativität ab.

Flur mit dem ersten Unterrichtsraum im ersten Schulgebäude in der Geschwister-Scholl-Straße

Zum Technikunterricht fuhren wir in die Holzwerkstatt des Augustinuswerkes. In den Räumlichkeiten des IB Wittenberg nahmen wir das Mittagessen ein, welches dort auch für uns gekocht wurde. Und für gemeinsame Andachten und Feierlichkeiten stellte uns die Landeskirchliche Gemeinschaft in der Bachstraße ihre Räume zur Verfügung.

Von Anfang an entwickelte sich eine gute Zusammenarbeit mit verschiedensten Institutionen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, wie auch in der Region. Jahr für Jahr konnten wir unser Netzwerk ausbauen und wurden als verlässlicher Partner wahrgenommen. Für die Weiterentwicklung unseres praxis- und projektorientierten Unterrichts war das eine wesentliche Grundlage. An dieser Stelle herzlichen Dank an unsere Partner für die vielfältige Unterstützung unserer Arbeit.

Staatliche Anerkennung und Schulneubau

Nach drei Jahren, im Juli 2014, erfolgte die Genehmigung unsere Evangelischen Gesamtschule zur „Staatlich anerkannten Ersatzschule“. Die Schülerzahlen stiegen erfreulich und bald kamen wir in der Geschwister-Scholl – Straße räumlich an unsere Grenzen. Ein neues Domizil in der Kreuzstraße 20a wurde geplant. Der erste Spatenstich für das neue Schulgebäude erfolgte im Juni 2017 und schon im Oktober 2018 konnten wir einziehen. Seitdem lernen und arbeiten wir in einem modernen, digital hochwertig ausgestatteten Gebäude.

Wachstum und Etablierung

Mit dem Schuljahr 2020/ 2021 wurde ein weiter Meilenstein erreicht. Mit der ersten 11. Klasse starteten wir in die Einführungsphase der Gymnasialen Oberstufe.

Mittlerweile gibt es eine 11. und eine 12. Klasse in der Gymnasialen Oberstufe.
Insgesamt lernen an unserer Schule 296 Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen fünf bis zwölf. Unterrichtet und betreut werden sie von 35 Kolleginnen und Kollegen.

Gottesdienst zum Schöpfungsfest im Luthergarten mit der gesamten Schulgemeinschaft

Unseren Unterricht entwickeln wir gemeinsam weiter. Wichtig ist uns dabei, die Fähigkeiten und Begabungen unsere Schülerinnen und Schüler im Blick zu behalten. Die konzeptionell verankerte Praxis – und Projektorientierung der Schule steht seit Gründung im Fokus und wird fortgeführt. Schwerpunkte sind nach wie vor unterrichtsbegleitende Projekte, der Projektgarten, das Pilgerprojekt, das Sozialpraktikum, die Berufs- und Studienorientierung und Projekte zur digitalen Bildung unserer Schülerinnen und Schüler.

Insektenzählung per App, Bienenhonig aus der Schulimkerei und Marmelade aus den Früchten des Projektgartens

Als Evangelische Gesamtschule sehen wir uns als Teil der Wittenberger Schullandschaft und verlässlichen Partner – verankert in der Region. Wir wissen, dass unsere Ideen von vielen Menschen auf unterschiedlichste Weise mit Engagement unterstützt und mitgetragen werden und dass genau dieses Engagement Grundlage für die positive Schulentwicklung ist. Der Dank gilt insbesondere allen Mitgliedern des Trägervereins, des Fördervereins, den Eltern, Freunden, Unterstützern, Partnern und natürlich den Schülerinnen und Schülern wie auch den Kolleginnen und Kollegen unserer Schule. Das 10-jährige Jubiläum zeigt im Besonderen:: unserer Schule ist ein Gemeinschaftswerk von Vielen.

Die Zukunft

Dass Schule digital möglich ist, haben wir in Zusammenhang mit der Corona Pandemie erlebt. Uns allen ist klar geworden, dass die persönlichen Kontakte – insbesondere zwischen Schülerinnen, Schülern, Lehrerinnen und Lehrern – in der Schule das A und O bleiben werden, und das „Menschliche“ nicht aus dem Blick geraten darf. Daran wollen wir auch weiter festhalten.

Schüler*innen und Lehrkräfte beim gemeinsamen Pilgern

Als evangelische Schule wollen wir auch in der Zukunft eine vertiefte allgemeine Bildung vermitteln, die sich an christlichen Werten und Traditionen orientiert. Wir wollen respektvoll miteinander umgehen, Leistungsbereitschaft fördern, Verantwortung übernehmen, soziales Engagement unterstützen und den Unterricht so lebensnah wie möglich gestalten.

Das gelingt nur gemeinsam, benötigt Zeit, eine förderliche Umgebung und entsprechende Motivation. Philipp Melanchthon formulierte es so:

„Im Leben kann überhaupt Treffliches nur geleistet werden, wo wir mit Feuereifer eine Sache ergreifen und uns eine gewisse Leidenschaft mit fortreißt.“

Daran werden wir uns orientieren.