Eine andere Perspektive

In den letzten Wochen ist das Schulgebäude verwaist, Distanzunterricht ist verordnet. Nur Schüler*innen der Abschlussklassen zeigen sich hier und da in den Räumen. Im Treppenhaus, an Fenstern und in Fluren bemerkt man Papierstreifen und ungewöhnlich aktive Schülergruppen, die mit Klebebändern und Kameras hantieren. Was soll das? Die Hektik des ungewöhnlichen Schulalltags lässt kaum Zeit zum Nachfragen. Umso spannender ist die Dokumentation dieser bemerkenswerten Aktion vom Januar 2021.

Die Klebebandgrafiken sind im Kunstunterricht der 10. Klassen zu den Themen “Streetart” und “Perspektive” entstanden. Die Schüler*nnen sollten dabei Bezug auf architektonische Elemente im Schulgebäude nehmen und diese in ihre Ideen einbeziehen.

Dabei ging es von der zweidimensionalen Skizze in den dreidimensionalen Raum der Schule und wieder zurück – über die Aufnahme eines Fotos.

Es war nicht nur Körpereinsatz bei der Umsetzung gefragt. Denn um die Raumzeichnungen erfassen zu können, muss man auch als Betrachter*n (oder Kamerafrau/Kameramann) seinen eigenen Standpunkt verändern.

Bei der Arbeit wird auch klar: Alle künstlerischen zweidimensionalen Werke, sei es eine Zeichnung oder ein Foto, zeigen uns die Welt aus einer bestimmten Perspektive – die der Künstler*nnen.