31
JAN
2018

Besuch der Klasse 10 im Konzentrationslager Buchenwald

Am Donnerstag, 25.01.2017 besuchte unsere 10. Klasse das Konzentrationslager Buchenwald. Der Besuch war langfristig geplant und wurde speziell im Geschichtsunterricht vorbereitet. Hier die Eindrücke einer Schülerin: „Kurz vor sieben Uhr brach unsere Klasse auf nach Weimar, um die Gedenkstätte Buchenwald zu besuchen und etwas mehr über das ehemalige Konzentrationslager zu erfahren. Die Hinfahrt erfolgte innerhalb drei Stunden. Empfangen wurden wir mit einem circa fünfzehn minütigen Filmbeitrag, welcher das Leben der Häftlinge, die Regeln im KZ und das ehemalige Gelände, sowie die damaligen Umstände, sehr gut verdeutlichte. Zum Beispiel haben wir erfahren, dass mehr als 56.000 Menschen in Buchenwald ihr Leben lassen mussten und dass 95% davon Ausländer waren. Des Weiteren wurde uns erklärt, dass die Häftlinge in verschiedene Gruppen eingeteilt wurden und verschiedenfarbige „Winkel“ auf ihrer Arbeitskleidung trugen. Dies war wichtig, da nicht nur Juden nach Buchenwald kamen, sondern auch Politiker, Homosexuelle und „Asoziale“, denn mit jeder Gruppe von Menschen wurde anders umgegangen und gehandelt. Nach dem kurzen Film wurden wir von einer netten jungen Frau über das Gelände begleitet. Gestartet sind wir in der SS-Kaserne Buchenwalds, von dort aus liefen wir zum sogenannten „Karacho-Weg“, welcher der erste Anlaufpunkt aller neu angekommenen Häftlinge war. Viel war dort allerdings nicht mehr zu sehen, denn der größte Teil der Lagergebäude Buchenwalds existiert nicht mehr. Danach begaben wir uns zum ehemaligen Zoologischen Garten der SS-Männer und bestaunten ein altes Gehege für Braunbären. Ziemlich makaber war, dass sich der Punkt, an dem sich die Nazis erholten und an dem sie Spaß hatten, genau neben der Leichenverbrennungsanlage befand. Unser nächster Halt war ein Raum mit einem Modell des damaligen Lagers. Jedes Gebäude, welches existiert hatte, war nachgebildet. Unser letztes Ziel war dann die Leichenverbrennungsanlage mit den pathologischen Bereichen. Im Pathologie-Raum konnte man einen mit Fließen bedeckten Obduktionstisch begutachten, auf diesem wurden früher Leichen aufgeschnitten, um Organe zu entnehmen. Die Organe dienten allerdings nicht für Transplantationen sondern zu Experimenten. Selbst alte chirurgische Werkzeuge waren noch vorhanden. Einen Raum weiter waren Gedenktafeln für im Lager umgekommene Häftlinge und aufgestapelte Urnen zu besichtigen. Die Leichenverbrennungsanlage bestand aus vier Öfen, einem Leichenaufzug und einem kleinen Raum, welcher vermutlich ein Badezimmer für die SS war. An dieser Stelle merkte man deutlich, dass durch jeden von uns ein mulmiges Gefühl huschte. Man hat sich sehr unwohl gefühlt. Nach der Führung konnten wir noch eine Stunde individuell auf Erkundungstour gehen. 13:40 begaben wir uns auf den Rückweg nach Wittenberg. Der Ausflug nach Buchenwald war auf jeden Fall sehr informativ und interessant. Und obwohl dieser Ort von grausamer Geschichte geprägt ist, fanden wir den Ausflug ganz besonders und sind froh, dass wir einmal dort sein durften.“                                                                Sophia Hoffmann, Klasse 10